Achtung, Hundehalter!
Neues Gesetz bringt Rekord-Bußgelder von bis zu 50.000 Euro mit sich

Hundeführerschein wird Pflicht

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, muss sich auf strengere gesetzliche Vorgaben und drastische Strafen bei Zuwiderhandlung einstellen. Seit dem 1. Juli 2026 gilt im Bundesland Bremen eine weitreichende Pflicht zum Hundeführerschein (Sachkundenachweis) für alle Neuhundehalter. Wer ohne diese Bescheinigung erwischt wird, dem droht ein historisch hohes Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Doch nicht nur in Bremen zieht der Gesetzgeber die Zügel an. Der Flickenteppich an Regelungen in Deutschland sorgt oft für Verwirrung.

Bei uns erfahren Sie, was genau auf Hundehalter zukommt, wie die Prüfungen ablaufen und in welchen Bundesländern welche Regeln gelten.

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Achtung, Hundehalter - Hundeführerschein wird zur Pflicht
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Warum der Hundeführerschein eingeführt wird

Die Einführung eines verpflichtenden Sachkundenachweises zielt vor allem auf zwei Aspekte ab: Tierschutz und Gefahrenprävention. Beißattacken durch Hunde, die auf mangelnde Erziehung oder Überforderung der Halter zurückzuführen sind, sollen drastisch reduziert werden. Gleichzeitig sollen Spontankäufe von Tieren verhindert werden, die später oft in ohnehin überfüllten Tierheimen landen. Halter müssen nun vorab beweisen, dass sie die Bedürfnisse eines Hundes verstehen und das Tier in Alltagssituationen sicher führen können.

Bremen macht Ernst: Die neuen Regeln ab Juli 2026

Bremen hat am 1. Juli 2026 das neue Bremische Gesetz über das Halten von Hunden (BremHundeG) in Kraft gesetzt. Die Regelungen im Detail:

Wie läuft die Prüfung ab?

Der Hundeführerschein ist keine reine Formalie, sondern besteht aus zwei Teilen, die von zertifizierten Prüfern abgenommen werden müssen.

Die theoretische Prüfung

Dieser Teil muss vor der Anschaffung des Hundes bestanden werden. Es handelt sich meist um einen Multiple-Choice-Test (ähnlich der Theorieprüfung beim Auto). Geprüft werden Kenntnisse in den Bereichen:

  • Sozialverhalten und artgerechte Kommunikation von Hunden
  • Erziehung und Lerntheorie
  • Gesundheit, Pflege und Ernährung
  • Rechtliche Grundlagen und Tierschutz

Die praktische Prüfung

Für die Praxis haben Halter nach der Anschaffung in der Regel ein Jahr Zeit. Hier müssen Mensch und Tier als Team funktionieren. Der Prüfer bewertet das Verhalten in reizarmen Gebieten (z. B. auf einer Wiese) und in ablenkungsreichen Alltagssituationen (z. B. im Straßenverkehr, bei Begegnungen mit Joggern oder anderen Hunden). Der Hund muss Kommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und den Rückruf verlässlich ausführen. Leinenführigkeit ist ebenfalls ein zentrales Kriterium.

Voraussetzungen für die Zulassung zur Praxisprüfung

  • Mindestalter: Der Halter muss mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Alter des Hundes: Der Hund muss in der Regel mindestens 12 Monate alt sein.
  • Identifikation & Schutz: Das Tier muss gechipt und geimpft sein.
  • Haftpflichtversicherung: Eine Tierhalterhaftpflicht ist zwingend vorgeschrieben (Mindestdeckung in Bremen: 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden).

Die Lage im Rest von Deutschland

Einen bundesweit einheitlichen Hundeführerschein gibt es in Deutschland (noch) nicht. Tierschutzverbände wie PETA fordern dies jedoch seit Langem. Aktuell ist das Hunderecht Ländersache:

Bundesland Regelung zum Sachkundenachweis
Bremen Pflicht für alle ab 01.07.2026 (bis zu 50.000 € Strafe).
Niedersachsen Pflicht für alle Ersthundehalter seit 2013 (Vorreiterrolle).
Nordrhein-Westfalen Pflicht für „Listenhunde“ und große Hunde (über 40 cm Schulterhöhe oder über 20 kg Gewicht).
Berlin / Hamburg Pflicht für Halter von Rassen, die als gefährlich eingestuft sind („Listenhunde“).
Schleswig-Holstein Freiwillig, kann aber zur Befreiung der allgemeinen Leinenpflicht führen.

 

In den meisten anderen Bundesländern (z. B. Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen) ist der Hundeführerschein derzeit freiwillig, es sei denn, es handelt sich um bestimmte Rassen („Listenhunde“) oder der Hund ist bereits durch Beißvorfälle behördlich auffällig geworden. Oft locken Gemeinden bei freiwilliger Absolvierung mit einer Reduzierung der Hundesteuer.

Wo kann ich die Prüfung ablegen?

Sie haben verschiedene Anlaufstellen, um die theoretische und praktische Prüfung zu absolvieren:

  • Zertifizierte Hundeschulen und Hundetrainer: Das ist der häufigste Weg. Die meisten etablierten Hundeschulen haben die Berechtigung, die Sachkundeprüfung abzunehmen (oft für das eigene Bundesland und anerkannte Nachbarländer, z. B. Bremen und Niedersachsen).

  • Autorisierte Tierarztpraxen: Viele Tierärzte haben eine entsprechende Zusatzqualifikation erworben und dürfen zumindest den theoretischen Teil, oft aber auch die praktische Prüfung abnehmen.

  • Volkshochschulen (vhs): Einige Volkshochschulen (beispielsweise in Bremen) bieten den Theorieteil oft in Kombination mit Vorbereitungskursen an. Die Praxisprüfung muss dann separat bei einem Trainer absolviert werden.

  • Tierschutzvereine und Tierheime: Einige größere Tierheime haben eigene zertifizierte Prüfer im Haus, besonders wenn es um die Vermittlung von Hunden geht.

Tipp zur Prüfersuche: Die Landwirtschaftsministerien (wie in Niedersachsen) oder die zuständigen Innenressorts (wie in Bremen) führen auf ihren Webseiten offizielle Register mit allen anerkannten Prüfern in der jeweiligen Region.

Was kostet der Hundeführerschein?

Da die Prüfer ihre Gebühren selbst festlegen, lohnt sich ein kurzer Preisvergleich in Ihrer Umgebung. Manche Prüfer bieten die Theorieprüfung am Computer günstiger an als in Papierform.

Für die reinen Prüfungsgebühren müssen Sie aktuell mit folgenden Kosten rechnen:

Prüfungsleistung Übliche Kosten
Theoretische Prüfung 40 € – 75 €
Praktische Prüfung 65 € – 80 €
Gesamtkosten (nur Prüfung) ca. 105 € – 155 €

Versteckte Zusatzkosten einplanen

Die reine Prüfungsgebühr ist nicht alles. Um überhaupt zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden und den Hund legal zu halten, kommen weitere Fixkosten auf Sie zu:

  • Vorbereitungskurse (optional): Wenn Sie vor der Praxisprüfung mit dem Hund trainieren möchten, bieten Hundeschulen spezielle Vorbereitungskurse an. Diese kosten je nach Dauer und Aufwand meist zwischen 150 und 300 Euro.

  • Zentrales Hunderegister: In Bundesländern wie Niedersachsen (und künftig auch in anderen Regionen) muss der Hund zwingend im zentralen Register angemeldet werden. Das kostet einmalig ca. 14,50 Euro (bei Online-Anmeldung) bis 23,50 Euro (telefonisch/schriftlich).

  • Mikrochip & Impfung: Das Einsetzen des Transponders beim Tierarzt kostet inklusive Registrierung rund 40 bis 60 Euro.

  • Haftpflichtversicherung: Diese ist zwingend vorgeschrieben. Je nach Rasse und Versicherungsschutz fallen hier etwa 40 bis 80 Euro pro Jahr an.

Fazit

Der Hundeführerschein etabliert sich in Deutschland zunehmend als Standard für eine verantwortungsvolle Tierhaltung. Mit dem am 1. Juli 2026 in Kraft getretenen Gesetz und der Androhung von bis zu 50.000 Euro Strafe setzt Bremen ein deutliches Signal gegen leichtfertige Anschaffungen und mangelnde Hundeerziehung. Wer sich einen Hund zulegen möchte, sollte sich daher zwingend im Vorfeld bei seinem zuständigen Ordnungs- oder Veterinäramt über die lokalen Vorschriften informieren.

Auch in Bundesländern ohne generelle Pflicht lohnt sich der Nachweis – für das eigene Sicherheitsgefühl, ein harmonisches Zusammenleben mit dem Tier und oft auch für den Geldbeutel durch steuerliche Vergünstigungen.

Quellenangaben:

  • Der Senator für Inneres und Sport Bremen: Gesetz über das Halten von Hunden (BremHundeG) und offizielle Vorgaben zum Hundeführerschein ab dem 1. Juli 2026.
  • Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Informationen zum Niedersächsischen Hundegesetz (Sachkundepflicht seit 2013).
  • Tierschutzvereine und Verbände: Angaben des Bremer Tierschutzvereins e.V. sowie Forderungen von PETA zur bundesweiten Einführung eines Hundeführerscheins.
  • Allianz / BarmeniaGothaer: Fachinformationen zu Voraussetzungen, Kosten und Versicherungsaspekten (Tierhalterhaftpflicht) beim Hundeführerschein.
  • Bildmaterial: https://www.dall-efree.com

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    Über den Autor:

    Michael Suhr | Bj. 1974
    Michael Suhr | Bj. 1974Dipl. Betriebswirt - Webdesigner
    Nach über 20 Jahren in der Logistikbranche habe ich den Schritt gewagt und mein langjähriges Hobby zum Beruf gemacht. Als Dipl. Betriebswirt, Webdesigner und Blogger verbinde ich heute handfestes wirtschaftliches Know-how mit kreativer digitaler Umsetzung. Auf meinem Blog dreht sich alles um die Themen, die mich täglich antreiben: Office-Optimierung, Karriere-Tipps, Tech-Trends und smarte Finanzen. Mein Ziel? Dir praktisches Wissen und digitale Lösungen an die Hand zu geben, die dich im Job und Alltag wirklich weiterbringen.
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