In „Citizen Vigilante“ spielt Armie Hammer in seiner ersten großen Hauptrolle seit seinen persönlichen Skandalen den wohlhabenden US-Geschäftsmann Michael Sanders, der in der kroatischen Hauptstadt Zagreb lebt. Aus Frustration über das Versagen der Justiz und den Zusammenbruch von Recht und Ordnung nimmt Sanders das Gesetz in die eigene Hand.
Sein brutaler Rachefeldzug richtet sich gegen Kriminelle, korrupte Richter und explizit gegen kriminelle Migranten. Durch im Internet geteilte Videos seiner Taten avanciert er schnell zu einem gefeierten Social-Media-Star, während ihm die Polizei – angeführt von Interpol-Chef Henry (Costas Mandylor) – auf den Fersen ist. Laut Regisseur Uwe Boll wurde der Film durch einen realen Fall aus Hamburg im Jahr 2020 inspiriert, bei dem Täter nach einer Gruppenvergewaltigung mit Bewährungsstrafen davonkamen.
In Deutschland wird „Citizen Vigilante“ nicht regulär im Kino laufen. Da die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) dem Film die Altersfreigabe verweigert hat, kommt dies einem faktischen Kinoverbot gleich. Kinos dürfen Filme ohne FSK-Prüfsiegel in der Regel nicht in ihr Programm aufnehmen oder öffentlich dafür werben. In den USA hingegen startete der Film bereits am 19. Juni 2026 in ausgewählten Kinos und erschien zeitgleich als Video-on-Demand (VoD). Über ein VPN lässt sich der Film auch in Deutschland jedoch direkt aus den USA streamen
Ein fragwürdiges Comeback und Ärger mit Batman
Bereits vor der FSK-Verweigerung stand das Projekt unter keinem guten Stern. Der Film markiert Armie Hammers erste große Hauptrolle seit seinem tiefen Fall in Hollywood, der durch schwere Missbrauchsvorwürfe ausgelöst wurde. Die Wahl eines Uwe-Boll-Films für eine Rückkehr ins Rampenlicht wurde von Brancheninsidern kritisch beäugt. Anstatt seine Karriere zu retten, so monieren US-Medien, sabotiere Boll seinen Hauptdarsteller mit plakativen und rassistischen Monologen geradezu.
Hinzu kam ein absurder Rechtsstreit im Vorfeld: Ursprünglich startete Boll die Produktion im Januar 2025 unter dem Titel „The Dark Knight“. Dies rief umgehend die Anwälte von Warner Bros. auf den Plan. Sie zwangen die Produktion mit einer Unterlassungserklärung zur Namensänderung, um ihre milliardenschwere Batman-Marke zu schützen, woraufhin der Film im April 2025 notgedrungen umbenannt wurde.
Die Handlung: Wahre Verbrechen als Inspiration für Selbstjustiz
In „Citizen Vigilante“ spielt Hammer den wohlhabenden US-Geschäftsmann Michael Sanders, der in der kroatischen Hauptstadt Zagreb lebt. Aus Frustration über das Versagen der Justiz nimmt Sanders das Gesetz in die eigene Hand. Sein brutaler Rachefeldzug richtet sich gegen Kriminelle, korrupte Richter und explizit gegen kriminelle Migranten. Durch im Internet geteilte Videos seiner Taten avanciert er schnell zu einem gefeierten Social-Media-Star.
Boll nutzt für diese Handlung einen emotionalen Hebel: Laut eigenen Aussagen wurde der Film durch einen realen Fall aus Hamburg im Jahr 2016 inspiriert, bei dem Täter nach einer Gruppenvergewaltigung lediglich mit Bewährungsstrafen davonkamen. Diese Vorlage dient im Film dazu, die drastische Selbstjustiz der Hauptfigur moralisch zu legitimieren.
Keine FSK-Freigabe und juristisches Scheitern
Der eigentliche Funke, der die aktuelle Kontroverse entzündete, war die Entscheidung der FSK. Das Prüfgremium verweigerte dem Film gleich in zwei unabhängigen Verfahren die Altersfreigabe.
Die Begründung: Der Film propagiere Selbstjustiz und stachle zur Gewalt gegen Migranten an, was eine problematische gesellschaftliche Wirkung entfalte. Ohne dieses FSK-Siegel darf „Citizen Vigilante“ in Deutschland weder regulär im Kino gezeigt noch weitreichend beworben werden. Da der Film jedoch nicht offiziell indiziert ist, bleibt der Verkauf an Erwachsene theoretisch legal.
Uwe Boll reagierte erwartungsgemäß lautstark. Er warf dem Gremium vor, den Jugendschutz lediglich als Deckmantel für politische Zensur zu missbrauchen. In Interviews argumentierte er, man wolle die Diskussion über durch Migration bedingte Kriminalität in Europa unterdrücken. Der Film, so Boll, spiegele lediglich aktuelle gesellschaftliche Spannungen wider, und das Gewaltlevel sei mit etablierten Hollywood-Reihen wie John Wick oder The Equalizer vergleichbar.